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IHR NEWSLETTER AUS DER SPRACHWERKSTATT |
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Muse mit Muße
Mit selten gebrauchten Wörtern und Wendungen kann man einen Text spannender machen. Der Leser bleibt kurz hängen, seine Aufmerksamkeit wächst, und mit etwas Glück freut er sich über die gelungene Formulierung.
Aber Vorsicht: In einer Fachzeitschrift für Telefonmarketing stand unter der schönen Überschrift Damit Sie nicht in Verruf geraten… zu lesen: Es ist müsig darüber zu diskutieren, ob deutsche Verbraucher empfindlicher auf unerwünschte Werbung reagieren als in anderen Ländern.
Wenn die Muse mit der Muße verschmolzen wird, ist das kreativ, aber mißverständlich. Und während die eine, die Muse, ein immer gern gesehener Gast ist, steht die andere, die Muße, leider mindestens in der Wirtschaft für Zeitverschwendung und Vergeblichkeit.
P.S. Fast schon müßig darauf hinzuweisen, dass der zitierte Satz eine weitere Stilblüte birgt, oder ist der deutsche Verbraucher vielleicht wirklich im Ausland entspannter, weil er die unerwünschte Werbung im heimischen Briefkasten und sich selbst weit weg von ihr weiß?
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Wenn die Sprache nicht stimmt, dann ist das, was gesagt wird, nicht das, was gemeint ist. So kommen keine guten Werke zustande. Also dulde man keine Willkür in den Worten. Konfuzius (551 - 479 v. Chr.)
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Mit Rat und Tat
Wer heute mit Rat und Tat zur Seite steht, der redet und handelt. Wer früher mit Rat und Tat zur Seite stand der half – durch Geben und Handeln.
Denn Rat war greifbar, eine nützliche Sache, wie sie sich sprachlich im Hausrat, im Vorrat oder im Gerät erhalten hat. Je mehr der Rat an Greifbarkeit einbüßte, umso angreifbarer wurde er, für den Empfänger oft auch schmerzhaft – schließlich ist, wie jeder weiß, der diesen Newsletter liest, auch ein Ratschlag ein Schlag. |
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