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IHR NEWSLETTER AUS DER SPRACHWERKSTATT |
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Buch-Tipp: Schopenhauer
Eigentlich ist das nicht so sehr ein Buch, als eine gut ausgestattete Waffenkammer. Arthur Schopenhauer: Aber die Sprache lasst unbesudelt - Wider die Verhunzung des Deutschen (Anthologie, 2006 bei Manuskriptum erschienen).
Jede Seite dieser Zusammenstellung von Texten aus unterschiedlichen Quellen ist voller zitierbarer Erst- und Zweitschlagswaffen. Frischauf, kraftmeiern wir doch gleich mal mit einem der Zweihandschwerter:
"Dunkelheit und Undeutlichkeit des Ausdrucks ist allemal und überall ein sehr schlimmes Zeichen. Denn in 99 Fällen unter 100 rührt sie her von der Undeutlichkeit des Gedanken, welche selbst wiederum fast immer aus einem ursprünglichen Mißverhältniß, Inkonsistenz und also Unrichtigkeit derselben entspringt. Wenn, in einem Kopfe, ein richtiger Gedanke aufsteigt, strebt er schon nach der Deutlichkeit und wird sie bald erreichen: das deutlich Gedachte aber findet leicht seinen angemessenen Ausdruck. Was ein Mensch zu denken vermag läßt sich auch allemal in klaren, faßlichen und unzweideutigen Worten ausdrücken."
Kurz: Eine krause Sprache ist meist Ausdruck krauser Gedanken…
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Termine
Wer neugierig auf unsere Arbeit ist und Interesse an einer Schreibwerkstatt hat, kann sich hier anmelden. Die ersten freien Plätze bietet unser Seminar in Nürnberg vom 8.-9. Mai 2009. Anmeldung per E-Mail an ba@strategieundsprache.de |
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Damit unsere Sprache nicht noch mehr militarisiert wird, müssen wir aufpassen wie die Schießhunde.
Friedrich Nowottny |
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Eine volle Breitseite habe Schäuble auf die Verfassung gefeuert, beklagten sich die GRÜNEN 2008.
Politik und Wirtschaft auch als Kriegshandwerk? Wenige GRÜNE würden eine Schule des Wirtschaftskrieges (École de guerre économique) akzeptieren. Und doch bedienen wir uns ganz beiläufig aus unserem vielseitigen militärischen Spracharsenal. Eine "Breitseite" bezeichnete das gleichzeitige Abfeuern aller Geschütze auf der dem Gegner zugewandten Seite des Schiffes.
Aber Vorsicht: Sitzt die Breitseite nicht, wird - während alle Kanoniere mit dem Nachladen beschäftigt sind - die ganze Flanke des eigenen Schiffs ungeschützt zur Zielscheibe des Feindes.
Eine Anmerkung zu Nowottnys "Schießhund" — der entspringt der Jäger- und nicht der Kriegssprache: Der Schießhund ist der Jagdbegleiter, der angeschossenes aber noch nicht erlegtes Wild aufspürt und bringt. |
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